Die Stadt Luxemburg

im Mittelalter

 

 

Das Wort "Lucilinburhuc" bedeutet "kleine Burg". Dieser Ausdruck beschreibt zwei Tatsachen, die für die Stadt lange Zeit bestimmend sein werden.

Erstens besitzt der Ort, den Siegfried einst wählte, offensichtliche strategische Vorteile und bietet sich für Befestigungen an. Die Stadt Luxemburg sollte dann auch während fast tausend Jahren eine Festung bleiben, bis zu ihrer Schleifung im Jahre 1867.

Zweitens wird sie nie zu einer großen Stadt: 5.000 Einwohner zu Beginn des XIV., 8.500 Ende des XVIII. Jahrhunderts, 46.500 nach dem 1.Weltkrieg und heute rund 82.000.
Siegfried wird sich auf dem Felsvorsprung eine starke befestigte Burg bauen lassen. Während dort die Ritter wohnen, lassen sich um die Burg herum Handwerker und Händler nieder, die einen unten im Tal, die anderen oben auf den Felsen. Es zeichnet sich der Unterschied zwischen der Ober- und der Unterstadt ab. Von einer richtigen Stadt kann man allerdings erst ab der zweiten Hälfte des XII. Jahrhunderts sprechen, als die erste vollständige und mit Steinen gebaute Stadtmauer errichtet wird.

Einige Städte verdanken ihren Ursprung einer geweihten religiösen Stätte, einer Abtei, einer Furt in einem Fluß oder der Kreuzung zweier Wege. Luxemburg entstand auf Grund der steilen Felsen und des militärischen Nutzens, den diese darstellen.