Pettingen

Wappen

Grundriss

 

 

 

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Historie

Die Herrschaft Pettingen


Die schönen Ruinen zeugen von der einstigen

Mächtigkeit des Schlosses.


Die Festung von Pettingen war ab dem 10. Jahrhundert bekannt als
„Pittigero Mazini“ – Name, der im 13. Jahrhundert durch Pettingen
oder Pittingen ersetzt wurde. Die Namen der Herren von Pittingen sind
mit allen wichtigen Ereignissen Luxemburgs im Mittelalter verbunden;
so z.B. der Hochzeit Ermesindes, der Thronbesteigung Heinrichs IV.,
dem Heiratsvertrag des Grafen Johann der Blinde.
Anfang des 14. Jahrhunderts heiratete Arnold von Pittingen Margarete
von Roussy, eine Urenkelin von Ermesinde. Sein Sohn, genannt Arnold
der Jüngere, hatte seinerseits nur eine Tochter namens Irmengard,
die durch ihre Heirat mit Johann von Criechingen die Herrschaft von
Pittingen samt Ländereien an das berühmte Haus abtrat. Johanns
Enkel (ebenfalls Johann mit Vornamen) kämpfte an der Seite von
René, Herzog von Lothringen, im Krieg, den Letzterer gegen Karl den
Kühnen, Herzog von Burgund, führte. Dieses Verhalten wurde ihm nicht
verziehen; die Siegermächte belagerten Schloss Pittingen und zerstörten
es bis auf die Grundmauern. Die Güter der Criechinger wurden
zwangsverwaltet und 1494 beschlagnahmt. Durch einen Beschluss
des Rates von Mecheln aus dem Jahr 1503 wurde jedoch die Hälfte der
Güter an den ältesten Sohn Johanns zurückgegeben, und das Schloss
Pittingen in seiner aktuellen Form wieder aufgebaut.
1571 wurden die vier Ecktürme hinzugefügt.
1684 beschossen die Truppen Ludwigs XIV das Schloss und hinterließen
es in dem Zustand, in dem wir es heute noch vorfinden. Die Ruinen
sowie alle Güter der Herrschaft Criechingen wurden an die Grafschaft
Peyrouse vererbt, deren Erben Pittingen und Bissen mit den anderen
Gütern 1837 an den Herzog von Arenberg verkauften.
Seit 1947, ist Schloss Pettingen luxemburgisches Staatseigentum.
Pittingen ist eine der am besten erhaltenen Wasserburgen des Landes.
Die quadratische Anlage von je 30 m war von einem 15 m breiten
Wassergraben umgeben. Im Mittelpunkt der Burganlage befand sich
der 9x9m große Bergfried mit einer Mauerdicke von 2,2 m.
1244 unterzeichnet Arnold von Pettingen als Vasall der Gräfin
Ermesinde die Freiheitsurkunde der Stadt Luxemburg. Johann der
Blinde verleiht der Familie die Hochgerichtsbarkeit über die Herrschaft
Pettingen.
Die Burg wird im Laufe des XV. Jahrhunderts zerstört und als Schloss
am Anfang des folgenden Jahrhunderts neu erbaut worden.
Die vier Ecktürme wurden 1571 hinzugefügt. „Castrum amoenum ac
situ jucundum … schönes Schloss und angenehmer Ort“ —so beschreibt
Abt Bertels in seiner 1605 erschienenen „Historia Luxemburgensis“
Schloss Pettingen.
Bei der Einnahme der Festung Luxemburg durch Vauban im Jahre1684
erhielt der französische General Boufflers von Ludwig XIV. den Auftrag,
unter anderem die Burgen Schoenfels und Pettingen zu schleifen. Die
Franzosen begnügten sich damit, die Ringmauern, die seit der Erfindung
des Schießpulvers viel von ihrer Wehrkraft verloren hatten, nieder zu
reißen und die Gräben auszufüllen.
Der Urkatasterplan (nach 1824) gibt uns Aufschluss über den Stand
des Schlosses. An die vier Außenmauern sind Gebäude angebaut,
die noch benutzt werden. Südwestlich ist dem Schloss ein größeres
Gebäude vorgelagert, das heute ganz verschwunden ist. 1850 stellt
der Historiker Engling den Verfall des Schlosses fest.
1910 lässt der damalige Besitzer, der Prinz von Arenberg, alles was
noch einen Wert besitzt, aus dem Schloss entfernen. 1920 fällt die
Südfassade in sich zusammen. Die Schlossruine wird als Steinbruch
benutzt.